Musikladen Götzis stellt Antrag auf Insolvenzverfahren

Die drastischen Geschäftsausfälle durch die Corona-Krise bedeuten das Aus für die bekannte Vorarlberger Ticket- und Veranstaltungsagentur

Götzis, 3. Juli 2020 – Die Corona-Krise zeigt ihre ersten wirtschaftlichen Folgeerscheinungen: Die Musikladen GmbH mit Sitz in Götzis hat heute am Landesgericht Feldkirch aufgrund von drohender Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Eine Betriebsfortführung ist nicht vorgesehen. Der wesentliche Grund liegt im coronabedingten Lockdown, der die Veranstaltungsbranche im Musik- und Kulturbereich seit März komplett zum Erliegen gebracht hat. Es sind 4,5 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalenz) betroffen, den Passiva von 1,2 Millionen Euro stehen Aktiva von 147.000,- Euro gegenüber. Sobald das Insolvenzgericht über den Antrag entschieden hat, wird ein Masseverwalter bestellt, der über die Forderungsanmeldung von Gläubigern entscheidet und das Konkursverfahren abwickelt. „Das Unternehmen bemüht sich um eine aktive Information und wird in den kommenden Tagen auf seinen Kommunikationskanälen offenlegen, was das für bereits erworbene Veranstaltungstickets bedeutet“, sagt Dieter Bitschnau als Mediensprecher des Unternehmens.

Institution seit 40 Jahren
Der Musikladen in Götzis ist eine Institution im Veranstaltungs- und Kulturbereich: Über die Musikladen Vorverkaufsstellen in Vorarlberg, St. Gallen und Lindau wird seit 40 Jahren der Ticketverkauf für mehr als 100.000 Veranstaltungen in der Region sowie im gesamten deutschsprachigen Raum angeboten.

Das zweite Standbein sind Eigenveranstaltungen, die neben regionalen KünstlerInnen zum Beispiel Twist of Fate, nationale Bands wie STS, Falco, Josh oder Edmund und auch internationale Größen wie Bryan Adams, Die Toten Hosen, Deep Purple oder Konstantin Wecker und Erich von Däniken auf Vorarlbergs Bühnen gebracht haben.

Vermarktung der Vorarlberger Kunstszene
„Der Musikladen ist über die Jahrzehnte für viele Vorarlberger KünstlerInnen zur unverzichtbaren Vermarktungsschiene für ihre Konzerte, Kabaretts und Aufführungen geworden – diese fällt jetzt weg. Das wird viele KünstlerInnen vor eine schwierige Situation stellen“, so Bitschnau.

Die Rahmenbedingungen im Ticketverkauf für Konzerte wurden in den vergangenen Jahren immer restriktiver. Insbesondere seit den Terroranschlägen können keine Kartenkontingente mehr reserviert werden, jedes einzelne Ticket wird personalisiert ausgestellt. Das ist nicht nur ein enormer administrativer Aufwand, sondern auch sehr limitierend, da Konzerte von beliebten Bands in der Regel innerhalb weniger Stunden ausverkauft sind.

Vor vier Jahren wurde die Musikladen GmbH vom Familienunternehmen Loacker Tours, einem privaten Reise- und Busunternehmen in Vorarlberg, übernommen. „Die Gesellschafter haben seit der Übernahme den Betrieb finanziell immer gestützt und wären auch bereit gewesen, nochmals in weitere Digitalisierungsmaßnahmen zu investieren, um den Ticketverkauf zu automatisieren und so effizienter zu gestalten. Aber die coronabedingten Umsatzausfälle und die verhaltene Zukunftsprognose im Veranstaltungsbereich für die kommenden Monate machen ein wirtschaftliches Überleben für den Musikladen unmöglich.

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Dieter Bitschnau
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