Spielboden Dornbirn

Do, 23.11.2017 20:30 Uhr

Jazz &: Filippa Gojo Quartett

Veranstalter: Spielboden Kulturveranstaltungs GmbH

Filippa Gojo singt, wie andere Menschen atmen. Mit einer Selbstverständlichkeit, die sich nicht darum schert, dass man atmen muss, um leben zu können, mit einer Leichtigkeit, die völlig in den Hintergrund treten lässt, wie kunstvoll ihr Gesang ist und mit einem Selbstbewusstsein, das keinerlei eitle Virtuositätsprotzerei benötigt. Das macht ihr Album „Seesucht“, das sie mit ihrem Kölner Quartett eingespielt hat, zu einem Ereignis. Denn natürlich hat sich die Sängerin mit drei Musikern umgeben, die ihrer Entdeckungslust bereitwillig folgen und in der Lage sind, ihre Lieder mit Seele, Herz und Esprit auszustatten. Da ist der Perkussionist Lukas Meile, der die getragene Stimmung von „Where The Lights Begin“ mit viel Beckenrauschen unterstützt und der verwunschenen Atmosphäre im „Försterhus“ mit einem sich ganz sukzessive einschleichendem Puls eine besondere Dringlichkeit verleiht. Da ist der Pianist Sebastian Scobel, der am Flügel und am Fender Rhodes eine gleichermaßen gute Figur macht und in „My Water“ zu einem herrlich saftigen Klavier-Solo aufbricht. Und da ist schließlich der Bassist David Andres, der in „A Bomhus“ einen Dialog mit Filippa Gojo erzählerisch gestaltet und sich in „Do Mo trinkt bloach osom Bach“ als äußerst lyrischer Solist erweist. Schon auf ihrem Debüt-Album „Nahaufnahme“ hat sich das Filippa Gojo Quartett als verschworene Einheit erwiesen, auf dem zweiten Album treten diese Qualitäten naturgemäß noch stärker hervor. „Seesucht“ ist nicht nur der Titel der CD, sondern auch gleich der Name des ersten Songs. Die verträumte Ballade - schon Charles Mingus kannte den Trick, sein Programm, etwa bei seinem berühmten Auftritt in Monterey, mit einer Ballade starten zu lassen - lässt nicht nur die Sehnsucht im Titel anklingen, sondern verhandelt die unterschiedlichen Gefühle, die wir mit Heim- oder Fernweh verbinden. Gleichzeitig steht der Titel natürlich auch für den Bodensee, der Region, aus der Filippa Gojo stammt und in der sie aufgewachsen ist. Wie hoch sie ihre Stimme in der abenteuerlichen Scat-Passage in der Mitte des Liedes steigen lässt, sei nur am Rande vermerkt. Mit „Come And Go“ zeigt das Quartett, dass es auch handfestere Spielarten beherrscht. Der Song, den Gojo auf englisch singt, hat Folk-Song-Qualitäten, weist in der Mitte eine knappe, aber berauschende Improvisations-Passage des Instrumental-Trios auf und wird gegen Ende mit hand-claps und vokaler Unterstützung der Band geradezu hymnisch. Nicht nur die sphärische Einleitung macht „Do Mo trinkt bloach osom Bach“ zu einem Kleinod, das Gojo wiederum in Vorarlberger Mundart singt. Das Lied stammt von dem

Spielboden Dornbirn

Über

Der Spielboden Dornbirn befindet sich in einem ehemaligen Fabriksareal der Textilindustrie, heute als "Rhomberg´s Fabrik" bekannt. Das Haus verfügt über ein großes Foyer, eine Bar, die ebenfalls als Veranstaltungsort verwendet werden kann, einen Veranstaltungssaal für 330 sitzende oder 600 stehende Personen, einen Kinosaal für bis zu 50 Personen, einen Proben- und Mehrzwecksaal für bis zu 50 Personen und über einen Gastgarten. Die meisten Räumlichkeiten können gemietet werden.

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